In der Lebensmitte passiert oft folgendes: Du stehst da, komplett am Limit und deine alte Stimme sagt trotzdem: Weitermachen. Durchziehen. Das macht man so.
What the fuck.
Ich hab viele Kundentermine abgesagt. Das hätte ich früher nie gemacht. Ich bin die Macherin. Die, die liefert. Die, die durchzieht egal was ansteht. Arschbacken zusammen, Zähne zusammen, weiter.
Und dann hab ich mir eine Frage gestellt, die kurz und schmerzhaft war:
Will it matter a year from now?
Short answer: no. Long answer: fuck no.
In diesem Blogpost bekommst du:
- meinen ehrlichen Blick auf einen Moment, wo ich gegen meinen eigenen Autopiloten entschieden habe
- einen Einblick in meinen CORE - meine "innere Schaltzentrale"
- und die eine Frage, die du dir selbst stellen kannst. Heute. Sofort.
Das Wichtigste in Kürze
Meine persönlichen Beobachtungen - keine Diagnosen, sondern ehrlicher Einblick aus meinem eigenen Leben.
- Durchziehen war jahrelang mein Modus: Arschbacken zusammen, Zähne zusammen, weiter
- Ein emotional aufreibender Moment hat alles auf den Kopf gestellt und eine alte Stimme sofort laut werden lassen
- Erschöpfung lügt nicht. Sie zeigt, wo du zu lange JA gesagt hast
- Die größte Krise der Lebensmitte ist eine Identitätsfrage: Wer entscheidet hier eigentlich?
- Der CORE (meine innere Schaltzentrale) steuert alles - Selbstbild, Glaubenssätze, innere Maßstäbe, Verpflichtungen. Bewusst oder unbewusst
- Will it matter a year from now? - diese Frage macht eine Pause, wo der Autopilot keine macht
- Nein nach außen. Ja zu mir. Das ist keine große Geste. Das ist eine Entscheidung. Einmal. Und dann nochmal.
Die Macherin hätte durchgezogen. Ich nicht.
Unser Sohn ist ausgezogen. Nach Leipzig. 460 km.
Die Erschöpfung fing nicht am Umzugstag an. Sie fing an mit: Wie kriegt er überhaupt eine Wohnung?
Wohnungsbesichtigungen. Absagen. Nochmal schauen. Dann endlich die Zusage. Dann: Wohnung renovieren. Küche planen. Möbel kaufen, schleppen, aufbauen. X Mal München - Leipzig hin und zurück. Sprinter packen. Aufbauen. Wohnlich machen. Ankommen.
Fast zwei Monate. Und neben der ganzen Orga ist es vor allem das hier: die Sorge. Wie viel helfe ich? Wo halte ich mich raus? Schafft er das? Er hat einige mentale Challenges. Und ich bin seine Mutter. Das geht tief.
Und dann habe ich entschieden
Zwei Monate lang war für mich klar: Mein Sohn ist das Wichtigste. Vieles habe ich hintenangestellt. Und als er dann eingezogen war, bin ich noch eine Woche geblieben. Einfach da sein. Ankommen: er und ich.
Für diese Woche habe ich alles abgesagt. Alle Kundentermine. Alles.
Eine Woche, in der ich viele Kundentermine gehabt hätte. Jetzt endlich wieder richtig loslegen. Zeigen: hey mich gibt's noch. Ich bin wieder da.
Hab ich nicht.
Das hätte ich früher nicht gemacht.
Die alte Stimme war sofort da
Was sie sagte
„Das macht man nicht." „Unprofessionell." „Schwäche zeigen."
Laut. Klar. Sofort.
Ich kenne diese Stimme. Die hat mich weit gebracht. Arschbacken zusammen. Zähne zusammen. Weiter. Funktionieren.
Woher sie kommt
Ich bin die Macherin. Das Stehaufmännchen. Die, die durchzieht - egal was. Das hab ich jahrelang gemacht. Für Familie, für Karriere, für alle.
Und dahinter steckt ein Glaubenssatz, den ich schon sehr lange kenne: Nur wenn ich liefere, bin ich genug. Wenn ich NO sage, lasse ich jemanden im Stich.
Den kenne ich. Der sitzt tief. Und er war in diesem Moment sofort da. Solche Muster tauchen in der Lebensmitte immer wieder auf - oft da, wo wir sie am wenigsten erwarten. Was dahinterstecken kann, habe ich in Ungeduld in der Lebensmitte beschrieben.
Erschöpfung ist kein Versagen. Sie ist ein Signal.
Ich war erschöpft. Richtig erschöpft. Nicht das "ich brauch mal einen Abend auf dem Sofa"-Erschöpft. Sondern das "ich kann nicht mehr"-Erschöpft.
Und weißt du was? Das war Scheisse.
In der Lebensmitte ist Erschöpfung kein Zeichen von Schwäche.
Sie ist ein Signal. Es ist ein Signal, das sagt: Du hast lange genug geliefert. Hör jetzt auf dich.
Will it matter a year from now?
Nicht mein Kalender hat geantwortet. Ich.
Will it matter a year from now?
Short answer: no. Long answer: fuck no.
Ich bin 58. Mein Sohn zieht nur einmal aus.
Nein nach außen. Ja zu mir.
Was in der Lebensmitte wirklich kippt — und nichts mit Hormonen zu tun hat
Ich sage das direkt: Die größte Krise in der Lebensmitte ist nicht hormonell. Sie fragt: Wer bin ich eigentlich?Ja, Wechseljahre sind real. Ja, Hormone verändern sich. Aber Hormone erklären keine Sinnfragen. Sie erklären nicht, warum du nachts wach liegst. Sie erklären nicht das Gefühl: Ich funktioniere, aber wo bin ich eigentlich geblieben?
Hormone sind das Thema, über das alle reden.
Identität ist das Thema, über das wir endlich reden sollten.Wer bin ich - wenn ich nicht mehr nur funktioniere? Wer entscheidet hier eigentlich? Nicht die Version von mir, die stolz darauf war, niemals auszufallen. Sondern die, die merkt: Meine Energie ist nicht unendlich. Und meine Zeit auch nicht.
Das ist die eigentliche Frage der Lebensmitte. Nicht: Wie funktioniere ich weiter? Sondern: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr funktioniere?
Das habe ich in Lebensmitte bei Frauen: Identitätskrise statt Hormonproblem ausführlich aufgeschrieben - falls du tiefer einsteigen willst.
Wer steuert hier eigentlich? Ein Blick in meinen CORE
Was der CORE ist
Der CORE ist meine "innere Schaltzentrale". Von hier aus läuft alles - ob ich es merke oder nicht:
- Mein Selbstbild: Ich bin die Macherin.
- Mein Glaubenssatz: Nur wenn ich liefere, bin ich genug.
- Meine Messlatte: Professionell heisst: Verlässlich, nicht wackeln.
- Meine inneren Verpflichtung: Ich muss es richten, sonst macht es keiner.
Was ich in meiner Schaltzentrale gesehen habe
Ich hab reingeguckt. Wirklich reingeguckt.
Ich hab mich gefragt: Wer entscheidet hier gerade eigentlich?
- Die 40-Jährige, die immer funktioniert hat?
- Oder die 58-Jährige, die merkt: Meine Energie ist endlich. So geht's nicht mehr. So will ich es nicht mehr.
Drei Fragen, die ich mir gestellt habe:
- Bin ich nur wertvoll, wenn ich funktioniere? Nein.
- Lasse ich jemanden im Stich, wenn ich Nein sage? Auch nein.
- Wem will ich es hier eigentlich recht machen? Gute Frage. Sehr gute Frage.
Und dann hab ich den Glaubenssatz gesehen: Wenn ich nein sage, lasse ich jemanden im Stich. Ich hab ihn angeschaut. Und ich hab mich dagegen entschieden.
Die Entscheidung
Ich bin 58 und mein Kind zieht nur einmal im Leben aus.
Nein nach außen. Ja zu mir.
Das ist für mich
Make your life f*cking awesome!.
Nicht ein großer dramatischer Moment. Nicht die perfekte Entscheidung. Sondern dieser eine Moment, wo du merkst: Ich entscheide hier gerade für mich. Obwohl es unbequem ist. Obwohl die alte Stimme laut ist.
Genau das meine ich damit.
FUCK YEAH!
„Wann hab ich zuletzt wirklich Nein gesagt - zu mir selbst Ja?"Dann bist du nicht allein.
In meinem Newsletter schreibe ich für Frauen 50+, die ihr Leben nicht mehr verwalten, sondern rocken wollen. Ehrlich, direkt, ohne Coaching-Geschwätz.
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Welche Entscheidung steht bei dir gerade an, bei der du normalerweise die Zähne zusammenbeißt und einfach weitermachst?
Stell dir die Frage. Ehrlich.
>> Will it matter a year from now?
Und dann hör hin. Nicht auf die alte Stimme. Auf dich.
Das klingt einfach. Ist es aber nicht, weil der Autopilot meist schneller ist als du. Aber manchmal - ja manchmal erwischst du ihn. Und dann entscheidest du anders: Einmal und dann nochmal. So geht das.
Wenn du merkst, dass du erstmal einen ehrlichen Blick auf dein Leben als Ganzes brauchst, könnte Bilanz ziehen in der Lebensmitte ein guter nächster Schritt sein.
Klingt das nach dir?
Dann komm in meinen Newsletter. Jeden zweiten Samstag schreibe ich genau so über meine eigenen Beobachtungen, über Momente, die mich erwischen, über das, was ich daraus mache.
Ehrlich. Direkt. Ohne Geschwätz.
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Die schönsten Geschichten beginnen mit MUT!
Bettina Sturm schließt mit Mitte 50 ihr Unternehmen "Respekt Herr Specht" und startet - nicht nur beruflich - noch mal neu durch. Heute ist sie Unternehmerin, Buchautorin, Podcasterin bei MidlifeKomplizin.
Für ihre Kundinnen ist sie je nach Anforderung: Cheerleader, Unterstützerin oder Partnerin in Crime.
Nicht Therapeutin - Sondern Komplizin. #MidlifeKomplizin


Wunderbar! Ich mag deinen fuck no-Stil, deine Herangehensweise, deinen Blick auf die Welt. Und unterschreibe alles – aus anderer Perspektive (bei mir gehts um Neuanfang, Neuorientierung, Zukunftsplanung), aber der Kern ist sehr ähnlich. Und ja: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr funktioniere? Identität ist das Thema über das wir viel mehr sprechen müssen. Absolut lesenwerter Artikel!
„Fuck no-Stil“ – das nehme ich. Danke dir! Und ja, Identität ist das Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird. Nicht nur in der Lebensmitte – auch beim Neuanfang, bei der Neuorientierung. Der Kern ist immer derselbe: Wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht mehr nur liefere? Wer bin ich jenseits meiner Rollen als Mutter, Partnerin, Unternehmerin, Familien-Vorstand… you name it.
Lebensmitte ist kein Hormonproblem. Es ist eine Identitätsphase.
Hallo Mitlifekomplizin,
diese Frage hat mich sofort hecatcht – und sie ist so einfach, dass es fast wehtut. Weil der Autopilot genau das nicht fragt. Der rechnet nicht in Jahren, der rechnet in Verpflichtungen.
Was mich an deinem Post besonders trifft: Du trennst konsequent zwischen der alten Stimme und der heutigen Entscheidung. Nicht als wäre die Stimme falsch oder fehlsteuernd – sie hat dich weit gebracht. Aber sie stammt aus einem anderen Kapitel. Das ist ein feiner, wichtiger Unterschied.
Und der Satz „Mein Sohn zieht nur einmal aus” – da ist alles drin, denn das ist auch in einem Jahr noch wichtig und dazu ist keine große Philosophie nötig. Nur diese eine, echte Antwort.
Danke für den ehrlichen Einblick und dass du zeigst, wie das in deinem Leben konkret aussieht – kein Drama, keine perfekte Entscheidung. Es braucht nicht einmal eine fette Lebenskrise und keine große Erkenntnis. Nur diese eine Frage – zur richtigen Zeit gestellt. Danke dafür!
Danke und JA, genau das: „Der Autopilot rechnet in Verpflichtungen.“ Das hast du besser auf den Punkt gebracht als ich. Den Satz klaue ich mir. 😄
Und noch mal JA. Die alte Stimme ist nicht falsch. Sie hat mich wirklich weit gebracht. Aber sie stammt aus einem anderen Kapitel. Genau so ist es.