veröffentlicht: 16/06/2026  
aktualisiert: 18/06/2026  

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Pflegende Angehörige - Wenn du dieses Wort hörst, welches Bild hast du im Kopf?

Jemanden, der vor Ort ist. Der wäscht, pflegt, versorgt. Jemanden, der täglich da ist.

Wahrscheinlich denkst du nicht an die Tochter, die 600 Kilometer entfernt lebt. Die mit Ärzten telefoniert, Pflegeheime sucht, Bankgeschäfte regelt und nachts wachliegt, weil der Vater am Telefon wieder so traurig klang.

Genau deshalb haben viele Frauen ein Problem mit diesem Begriff: Sie machen längst Pflegearbeit. Aber sie würden sich selbst nie als pflegende Angehörige bezeichnen.

Ich wusste, dass ich viel tue.

Und trotzdem blieb da diese Frage: Reicht das? Reicht organisieren? Reicht zuhören?

Reicht Verantwortung übernehmen, wenn man 650 Kilometer entfernt lebt?

Dieser Artikel ist Teil 2 einer Serie zu meiner ersten Lebensfrage: „Meine Eltern werden pflegebedürftig – was jetzt?" In meinem Podcast habe ich darüber bereits gesprochen – hier kommt jetzt der Blogpost dazu. Teil 2: Perspektive von Betroffenen.
→ Teil 1 der Serie: Eltern pflegebedürftig: Warum 112 & Notaufnahme der Expressweg zum Pflegegrad sind
Zu allen Folgen und Artikeln der Lebensfrage 1

Drei Betroffene: Ich habe mich mit Nicole Gödecke und Vicky Arndt zusammengesetzt – drei Frauen, drei Unternehmerinnen, drei Töchter. Wir machen alle drei Pflege aus der Ferne, alle drei mindestens 600 Kilometer entfernt von unseren Eltern. Wir haben uns hingesetzt und geredet. Ungefiltert. Das hier ist, was dabei rausgekommen ist.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Gespräch. Kein Ratgeber.

  • Pflege aus der Ferne bedeutet nicht nur vor Ort sein. Sie umfasst Organisation, Administration und emotionale Unterstützung.
  • Wer koordiniert, überweist und telefoniert - der pflegt auch. Auch aus 600 Kilometern Entfernung.
  • Das schlechte Gewissen kennen fast alle pflegenden Angehörigen, egal wie viel sie tun.
  • Frauen übernehmen Pflege deutlich häufiger als Männer. Das ist kein Vorwurf. Das ist ein Muster.
  • Pflege trifft Frauen in der Lebensmitte mitten in den eigenen Umbruch: Kinder gehen aus dem Haus, Körper meldet sich, Job fordert – und dann das.
  • Die beste Lösung ist nicht immer die offensichtlichste, sondern die, die dem Menschen wirklich hilft.
  • „Niemand läuft in deinen Schuhen" – Pflege ist eine individuelle Entscheidung, keine gesellschaftliche Pflicht.

Was Pflege aus der Ferne wirklich bedeutet

Pflege der Eltern. Da kommt sofort dieses Bild: waschen, anziehen, füttern. Körpernah, erschöpfend, vor Ort.

Was niemand erzählt: Pflege aus der Ferne sieht völlig anders aus und ist trotzdem Pflege.

Anette Zanker-Belz, Geragogin und Pflegeberaterin, die mich in den härtesten Monaten begleitet hat, hat mir einen Tipp gegeben, der alles verändert hat: Schreib auf, was du alles tust. Alles. Nicht nur was du vor Ort machst – sondern alles.

Sie unterscheidet drei Ebenen:

Körperliche Pflege – waschen, anziehen, da sein. Das ist das, was die meisten unter Pflege verstehen. Und das einzige, das wirklich vor Ort geht.

Administrative und organisatorische Pflege – Pflegekasse, Ärzte, Finanzen, rechtliche Dinge, Koordination. Das kann man aus der Ferne machen. Und das kostet enorm viel Zeit und Nerven.

Seelenpflege – Telefonieren, Zuhören, Briefe schreiben, Videotelefonate, das Gefühl geben: Du gehörst noch dazu. Du bist noch Teil dieser Familie. Das ist keine kleine Sache. Das ist, was einen Menschen trägt.

Was das in der Praxis bedeutet, weiß ich aus eigener Erfahrung. Als es bei uns eskalierte, habe ich koordiniert, organisiert, kommuniziert – stundenlange Telefonate und E-Mails mit Ärzten, Heimleitern, Pflegepersonal, Rechtsanwälten, Notaren, Bankberatern. Ich habe den Pflegegrad beantragt, finanzielle Angelegenheiten geklärt, Arztbesuche koordiniert. Vieles aus der Ferne. Mit meinem Vater telefoniert, zugehört. Ja, ich bin für dich da. Alles nebenbei.

Vicky macht das seit Jahren. Steuererklärung, Finanzen, Organisation – alles läuft über sie. Nicole übernimmt Bankgeschäfte, Schriftwechsel, ist die stille Verwalterin im Hintergrund. Und ich? Ich war in der Zeit, in der es bei uns eskalierte, mehr in Hannover als in München.

Das kommt on top. Zum Job. Zur Familie. Zu den Wechseljahren. Zu allem anderen, was gerade sowieso schon läuft. Willkommen in der Lebensmitte, wo „endlich mal ich" auf „jetzt auch noch das" trifft. Willkommen - bei vielen - zur Elternzeit 2.0.

Aber, das Schwerste ist nicht die Organisation. Es ist: Das Telefonat mit dem Vater, der jeden Tag trauriger klingt. Die Mutter, die fragt, wann du kommst. Die Schuldgefühle, wenn du nicht kommst. Die Erschöpfung, wenn du kommst.

In der nächsten Folge dieser Serie spricht Anette ausführlich darüber, wie Fürsorge, Selbstfürsorge und die Kommunikation mit der Kriegsgeneration funktioniert oder eben nicht.

Pflege aus der Ferne ist auch eine Lebensmitte-Frage

Denn während deine Eltern Unterstützung brauchen, bist du in der Lebensmitte oft selbst an einem Punkt, an dem dein eigenes Leben sich gerade neu sortiert. Kinder gehen aus dem Haus. Der Job fordert. Die Beziehung verändert sich. Der Körper meldet sich. Und mittendrin kommt diese Frage:

Wie viel von meinem Leben gehört jetzt eigentlich meinen Eltern und wie viel noch mir?

Das ist der MidlifeFuck in Reinform. Nicht sexy. Nicht Instagram-tauglich. Aber verdammt real.

Und genau deshalb wird darüber so selten geredet. Weil es sich anfühlt wie Versagen, wenn man diese Frage überhaupt denkt.

Ich bin Bettina Sturm – deine MidlifeKomplizin.
Ich helfe Frauen 50+, die mitten im MidlifeFuck stecken, wieder klar zu werden: über sich, ihr Leben und was als nächstes kommt. Nicht weil ich es studiert habe, sondern weil ich da selbst durch bin – mit allem, was dazugehört: Pflegebedürftige Eltern, Business-Krise, Beziehung, Wechseljahre. Alles gleichzeitig. Ich kenne das nicht aus Büchern.

Das Schuldgefühl - Scheißgefühl

Nicole wohnt am Bodensee. Ihre Mutter lebt 600 Kilometer entfernt, ihre jüngere Schwester wohnt fünf Minuten von der Mutter entfernt und übernimmt den Alltag. Nicole macht die administrativen Dinge. Und trotzdem – oder genau deshalb – hat sie dieses permanente Gefühl: Ich mache nicht genug.

"Es macht mir immer ein Gefühl, dass das nicht reicht. Dass ich im Grunde mehr geben möchte. Aber die Umstände sind so, dass ich nicht mehr geben kann."


Scheißgefühl, sagt sie dann. Und nickt.

Ja. Scheißgefühl. Genau das.

Was mich an diesem Gespräch so getroffen hat: Wir alle drei haben dieses Gefühl. Obwohl wir alle drei wissen, dass wir viel tun. Das schlechte Gewissen machen wir uns selbst. Weil wir weit weg wohnen. Weil wir nicht einfach die Hand halten können, wenn es den Eltern schlecht geht.

Und dann kommt von außen oft dazu: „Das bist du deinen Eltern schuldig." 

Was mir damals wirklich geholfen hat, war ein Satz von Anette:

„Niemand läuft in deinen Schuhen."


Das wurde mein Mantra. Die Leute kennen nicht deine Geschichte. Sie kennen nicht dein Warum. Pflege ist eine individuelle, private Entscheidung. Und nur du weißt, was du leisten kannst und willst und was nicht.

Vicky hat lange gebraucht, um zu begreifen, dass sie eine pflegende Angehörige ist. Obwohl ihre Mutter seit Jahren krank ist. Obwohl sie dreimal im Jahr für längere Zeit nach Hause gefahren ist und die Pflege übernommen hat, damit ihr Vater mal durchschlafen konnte. Obwohl sie jeden Tag mit den Eltern telefoniert.

„Ich habe irgendwann realisiert, dass viele, die so weit weg leben wie wir, gar nicht realisieren, dass sie auch pflegende Angehörige sind und dass das was mit einem macht."


Das macht was mit dir. Auch wenn du es nicht siehst.

Töchter fühlen sich oft anders zuständig. Eine unbequeme Beobachtung.

Wir haben alle drei dieselbe Erfahrung gemacht: Bei den Pflegefällen in unseren Familien war es am Ende oft nicht einfach „die Familie“, sondern vor allem Frauen, die die Last tragen. 

Das passt auch zu den Daten: In Deutschland übernehmen Frauen die häusliche Pflege deutlich häufiger als Männer, in Auswertungen etwa doppelt so oft bei täglicher und wöchentlicher Pflege. Der Frauenanteil unter den Hauptpflegepersonen liegt bei rund 63 Prozent. Auch der Deutsche Alterssurvey zeigt, dass Frauen Pflege und Unterstützung von Angehörigen häufiger und in größerem Umfang übernehmen als Männer, selbst dann, wenn Erwerbsbeteiligung und beruflicher Status vergleichbar sind.

Dass sich das nicht nur wie ein persönliches Bauchgefühl anfühlt, sondern ein größeres Muster ist, zeigt sich auch in weiteren Untersuchungen: Frauen leisten im Schnitt mehr häusliche Pflegearbeit, und in der Praxis sind es oft Töchter und Schwiegertöchter, die besonders häufig einspringen. Pflege ist Frauenarbeit.

Das ist keine Anklage gegen Söhne. Es beschreibt ein Muster, das in vielen Familien sichtbar wird und sich offenbar durch Rollenbilder, Arbeitsmarktbedingungen und finanzielle Gründe verstärkt

„Sie sind erwachsen." – Der mutigste Satz, den eine Tochter sagen kann.

Das ist Vickys Mantra:

„Sie sind alle erwachsen. Und die Entscheidungen, die mein Vater trifft – das sind seine Entscheidungen."


Es hat bei ihr sehr, sehr lange gedauert, bis sie diesen Satz wirklich gelebt hat. Ihren Vater, der die Pflege alleine machen wollte, obwohl er es nicht schaffte. Der aber niemanden ranließ, weil niemand gut genug war. Der jeden Tag traurig klingt am Telefon und dessen Schmerz bei ihr landet, ob sie will oder nicht. 

Und Vicky, die jeden Tag kämpft. Die sich schuldig fühlt, wenn sie auflegt. Die versteht, warum er so ist und trotzdem nicht die Kraft hat, es aufzufangen.

„Ich kann ihn nicht mehr ändern. Entweder akzeptiert man das oder man überlegt, wie viel Distanz man braucht."


Das ist kein Aufgeben. Das ist Überleben. Und ich finde, das ist der mutigste Satz, den eine Tochter sagen kann.

Die beste Lösung ist nicht immer die, die von außen richtig aussieht

Vickys Mutter kommt aus der Dominikanischen Republik. Ihre Muttersprache ist Spanisch. Und mit fortschreitender Demenz ist genau diese Sprache zurückgekommen – während das Deutsche immer mehr verschwand.

Ihr Vater hatte eine Idee, die Vicky zunächst absurd fand: Wie wäre es, wenn die Mutter in einem Pflegeheim in Spanien leben würde? Dort wird Spanisch gesprochen.

Vicky war dagegen. Ihr Bruder fand die Idee gut. Sie haben es ausprobiert.

Und die Mutter blüht auf.

„Sie blüht auf durch die Sprache. Die Pflege dort ist sensationell."


Spanien ist nicht die Lösung für alle. Aber, es zeigt: Die beste Lösung ist manchmal nicht die, die von außen richtig aussieht – sondern die, die diesem Menschen wirklich hilft. Frag nicht: Was ist normal? Frag: Was braucht meine Mutter wirklich?

Manchmal bist du da und kannst trotzdem nix machen

Im April 2023 bin ich am Montag in den Zug gestiegen und nach Hannover gefahren. Mein Vater lag auf der Intensivstation. Mein Plan: Am Dienstag mit den Ärzten sprechen:

Mein Pa geht auf die Palliativstation. Es ist Zeit.


Ich kam an, wohnte - wie immer - in der Wohnung meines Vaters. Und dann klingelte das Telefon.

Die Demenzstation meiner Mutter. Meine Ma sei nicht mehr zu regulieren. Sie wollen sie in die Psychiatrie einweisen. Ob ich einverstanden sei.

Sofort bin ich rübergegangen. Meine Eltern haben nur 10 Meter auseinander in unterschiedlichen Komplexen des Seniorenheims gewohnt. Meine Mutter war nicht ansprechbar, reagierte auf nichts, starrte nur vor sich hin. Sie hatte seit zwei Tagen nicht mehr geschlafen. Ich habe der Einweisung zugestimmt. 

Dann bin ich zurück in die Wohnung meines Vaters. Habe irgendwann geschlafen.

Am Dienstagmorgen war eine Nachricht auf der Mailbox. Meine Schwester. Mein Vater war in der Nacht gestorben.

Innerhalb von zwölf Stunden: Mutter in die Psychiatrie. Vater gestorben.

Lebensmitte ist mehr als Wechseljahre. Manchmal ist sie genau das hier.

In "Meine Eltern sind alt und pflegebedürftig. Und jetzt?" habe ich aufgeschrieben, wie es damals wirklich war - bevor es eskalierte.

FAQ: Fragen, die sich niemand laut zu stellen traut

Muss ich meine Eltern pflegen, wenn wir kein gutes Verhältnis hatten?

Nein. Rechtlich gesehen haben Kinder keinen Fürsorgeauftrag für ihre Eltern. Das ist anders als bei Eltern gegenüber ihren Kindern.


Was bleibt, ist der gesellschaftliche Druck und das schlechte Gewissen. Beides ist real. Aber es verpflichtet dich zu nichts.


Wenn die Beziehung toxisch war, wenn du Traumatisches erlebt hast, dann ist „ich kümmere mich nicht" eine legitime Entscheidung. Niemand läuft in deinen Schuhen.

Ich liebe meine Eltern. Aber ich will trotzdem nicht pflegen. Bin ich ein schlechter Mensch?

Nein. Liebe und Pflege sind zwei verschiedene Dinge.


Du kannst deine Eltern von ganzem Herzen lieben und trotzdem wissen, dass du nicht die richtige Person bist, um sie zu pflegen – aus Kapazitätsgründen, aus gesundheitlichen Gründen, aus Distanzgründen. Das macht dich nicht kalt. Das macht dich ehrlich.

Was schulde ich meinen Eltern wirklich?

Das ist die eigentliche Frage. Und die ehrliche Antwort: Es gibt keine universelle Antwort.


Du bist nicht als Altersvorsorge auf die Welt gekommen. Deine Eltern haben eine Entscheidung getroffen, als sie dich bekommen haben – du hast diese Entscheidung nicht getroffen.


Daraus entsteht keine automatische Rückgabeschuld. Was du zurückgeben willst und in welcher Form – das entscheidest nur du.

Warum fühle ich mich schuldig, obwohl niemand von außen etwas von mir verlangt?

Weil das schlechte Gewissen nicht von außen kommt – es kommt von innen.  Zwei Jahrtausende gesellschaftliche Erwartung – von der Bibel bis zum Koran bis zum landwirtschaftlichen Übergabevertrag – haben sich in unser kollektives Gedächtnis eingeschrieben. 


Wer diese Erwartung nicht erfüllt, spürt Irritation. Das ist normal. Es bedeutet nicht, dass die Erwartung berechtigt ist.


Und das Gemeine daran: Das schlechte Gewissen bleibt, egal wie viel du gibst. Die Journalistin Elfmann, die ihre Mutter mit Demenz begleitet hat, bringt es auf den Punkt: „Das Gemeine ist: Egal, wie viel man gibt – die Mama verschwindet immer mehr."

Dazu kommt der Vergleichsdruck von außen. „Wir haben unseren Vater bis zum Tod zu Hause gepflegt." Oder: „Aber du bist doch die Tochter." Diese Sätze sitzen. Nicht weil sie wahr sind, sondern weil sie an etwas kratzen, das wir selbst schon denken.

Denk dran: Niemand läuft in deinen Schuhen. Und niemand außer dir weiß, was du gibst.


Darf ich mein Leben priorisieren – Karriere, Umzug, eigene Gesundheit?

Ja. Klar.


Wer sich um andere kümmert, ohne auf sich selbst zu achten, brennt aus. Mehr als die Hälfte der pflegenden Angehörigen zeigen depressive Symptome – Reizbarkeit, Schlafstörungen, körperliche Erschöpfung.


Das ist kein Zeichen von Schwäche. Das ist die Konsequenz von zu viel Selbstaufgabe. Du kannst nicht aus einem leeren Gefäß geben.

Warum trifft das Frauen so viel härter als Männer?

Weil es schon immer so war und weil sich das bis heute kaum verändert hat. Zwei von drei pflegenden Angehörigen in Deutschland sind weiblich. Frauen pflegen doppelt so häufig wie Männer.


Und die Pflegebedürftigkeit der Eltern trifft Frauen oft genau dann, wenn sie endlich wieder für sich selbst leben könnten – nach dem Auszug der Kinder, mitten in den Wechseljahren, vielleicht gerade an einem beruflichen Wendepunkt. Es ist kein Zufall. Es ist Struktur. Und es ist Zeit, das laut zu sagen.

Was ist, wenn ich erleichtert bin, wenn alles vorbei ist?

Bei meiner Mutter, nach Jahren mit Demenz, war meine Erleichterung groß. Es hat sich gut angefühlt. Frieden finden für alle.

Ich sage das laut, weil es wahrscheinlich viele denken und niemand ausspricht.

Tiefer einsteigen? Der Krautreporter hatte 2024 eine exzellente Pflegeserie, die genau diese Fragen stellt – ehrlich, ohne einfache Antworten: Meine Eltern werden älter – muss ich sie pflegen?

FUCK YEAH!

Wenn du beim Lesen genickt hast – bei Nicoles Scheißgefühl, bei Vickys Mantra, bei den zwölf Stunden in Hannover – dann schreibe ich genau für dich.

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Fazit: Du bist eine pflegende Angehörige. Auch wenn du weit weg wohnst.

Nicole sagt: Früh reden. Mit den Eltern, mit dem Partner, mit sich selbst. Bevor es knallt. Einen Notfallordner anlegen – für sich und für die Eltern. Wissen, was der andere wünscht, wenn er es selbst nicht mehr sagen kann.

Vicky sagt: Nicht aufopfern. Sich Hilfe holen. Grenzen setzen und wissen, dass das keine Schwäche ist.

Ich sage: Du bist eine pflegende Angehörige. Auch wenn du weit weg wohnst. Auch wenn du „nur" organisierst. 

Pflege ist eine individuelle, private Entscheidung. Niemand läuft in deinen Schuhen. Niemand kennt deine Geschichte, dein Warum, deine Grenzen. Das zählt. Du zählst.

Und du musst dein eigenes Leben nicht aufgeben, um eine gute Tochter zu sein.

Im 3. Artikel aus der Serie „Meine Eltern werden pflegebedürftig – was jetzt?"  spreche ich mit Anette Zanker-Belz – Geragogin, Pflegeberaterin und Mentalcoach. Anette war mein Coach in dieser Zeit. Es geht um Fürsorge, Selbstfürsorge und die Kommunikation zwischen Kriegsgeneration und Babyboomern.

Hör rein – ungefiltert, so wie es war

In meinem Podcast spreche ich zur 1. Lebensfrage: Meine Eltern werden pflegebedürftig - Was tun? - aus vier Perspektiven:


Bettina Sturm. Krise in der Lebensmitte – Klarheit und Rückenwind durch Coaching

Die schönsten Geschichten beginnen mit MUT!

Bettina Sturm schließt mit Mitte 50 ihr Unternehmen "Respekt Herr Specht und startet - nicht nur beruflich - noch mal neu durch. Heute ist sie Unternehmerin, Buchautorin, Podcasterin bei MidlifeKomplizin.

Für ihre Kundinnen ist sie je nach Anforderung: Cheerleader, Unterstützerin oder Partnerin in Crime.

Nicht Therapeutin - Sondern Komplizin. #MidlifeKomplizin


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